Ethik-Weiterbildungen

Ethik-Weiterbildungen 2020

Ethische Fragen begleiten den Alltag im Gesundheitswesen. Zur Reflexion bleibt häufig wenig Zeit. Deswegen ist hilfreich, sich jenseits des täglichen Geschehens Gedanken über Ethik zu machen. Wir bieten Weiterbildungen für Gesundheitsfachpersonen an, in denen wir verschiedene ethische Thematiken beleuchten – von Fragen rund um Schwangerschaft und Reproduktionsmedizin bis hin zu ethischen Problemen im Kontext von Sterben und Tod.

  • 29. April 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Brunnenhof-Saal, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    Pflege über lange Zeit: Grundlagen einer Ethik der Langzeitpflege

    Was ist das überhaupt: Ethik? Welche ethischen Fragen können sich stellen, wenn man Menschen über einen langen Zeitraum hinweg pflegt? Und was kann man tun, wenn man in einem moralischen Dilemma steckt und alle Handlungsoptionen einen Haken haben? Der Kurs widmet sich den Grundlagen der Ethik und der ethischen Fallbesprechung als einem Weg, mit ethischen Konflikten umzugehen. Zielpublikum: Pflegende im Langzeitbereich (maximal 20 Teilnehmende)

  • 12. Mai 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Raum Friederike Fliedner, Neuweg 16, 8125 Zollikerberg

    Lug und Trug: Darf man Menschen mit Demenz belügen?

    Zu den heiss diskutierten Fragen der Demenzethik gehört, ob man Menschen mit Demenz täuschen und belügen darf. Kann es moralisch richtig sein, ihnen eine falsche Wirklichkeit vorzutäuschen und z.B. fiktive Bushaltestellen zu erstellen? Darf man auf die Frage nach der bereits verstorbenen Ehefrau mit einer Unwahrheit antworten? Oder auch nur ausweichen? Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen Lüge und Wahrheit? Über Fragen wie diese wollen wir miteinander ins Gespräch kommen. Zielpublikum: Fachpersonen im Gesundheitswesen (maximal 20 Teilnehmende)

  • 4. Juni 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Brunnenhof Raum 3, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    Nicht mehr urteilsfähig – und nun? Ethische Aspekte von Urteilsunfähigkeit

    Urteilsunfähige Bewohnerinnen und Bewohner oder Patientinnen und Patienten begegnen Fachpersonen im Pflegeheim- und Spitalalltag immer wieder. Aber was steckt eigentlich hinter dem Konzept der Urteilsunfähigkeit? Wie soll man mit einem urteilsunfähigen Menschen umgehen, wie Entscheidungen treffen, wenn er selbst es nicht mehr vermag? Und wann darf man zu Zwangsmassnahmen greifen? Fragen wie diesen widmet sich der Kurs. Zielpublikum: Fachpersonen im Gesundheitswesen (maximal 20 Teilnehmende)

  • 10. Juni 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Brunnenhof-Saal, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    Nikotin, Alkohol, Medikamente: Zum Umgang mit Sucht in der Langzeitpflege

    Sucht kennt viele Formen, auch in Institutionen der Langzeitpflege. Menschen können abhängig sein von Nikotin, von Alkohol, von Medikamenten oder von anderen Suchtmitteln. Das kann für die betroffenen Personen selbst, für die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner im Heim und für das Personal belastend sein und zu schwierigen Situationen führen. In diesem Kurs fragen wir: Welches sind die wesentlichen Formen von Sucht im Alter? Wie sieht Suchtprävention aus? Wann drängen sich therapeutische Massnahmen auf? Wo liegt die ethische Verantwortung des Personals im Blick auf Suchtprobleme von Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern? Wie verhalten sich Angebote der Suchtprävention und Suchttherapie zur Freiheit jedes Menschen, selbst zu bestimmen, wie er oder sie mit potenziellen Suchtmitteln umgehen will? Zielpublikum: Mitarbeitende der Langzeitpflege (maximal 30 Teilnehmende)

  • 23. Juni 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Raum Friederike Fliedner, Neuweg 16, 8125 Zollikerberg

    Planen für das Lebensende: Ethische Aspekte der Vorausplanung

    Die letzte Lebensphase wird mehr und mehr zu einer Angelegenheit der Gestaltung und Planung. Gut zwei Drittel der Todesfälle sind das Resultat einer ausdrücklichen Entscheidung. Soll man also eine Vorausplanung machen? Was sind Vor- und Nachteile einer Patientenverfügung und des Advance Care Planning? Welche Möglichkeiten im Umgang mit dem Sterben bietet die Palliative Care? Und was heisst es überhaupt, gut zu sterben? Der Kurs richtet sich insbesondere an Personen, die ethische Fragen rund ums Sterben auch jenseits der Alltagspraxis bedenken möchten. Zielpublikum: Alle Berufsgruppen (maximal 20 Teilnehmende)

  • 9. Juli 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Brunnenhof Raum 3, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    «Sterbefasten»: Ethische Aspekte des freiwilligen Verzichts auf Essen und Trinken

    Bisweilen entschliessen sich Menschen am Lebensende, auf Essen und Trinken zu verzichten, obwohl ihr Tod noch nicht unmittelbar bevorstünde. Das sogenannte „Sterbefasten“ scheint zunehmend als Möglichkeit wahrgenommen zu werden, sein Leben zu beenden. Wie aber soll man den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken einordnen? Ist es ein Suizid? Und wie kann man damit umgehen, wenn ein Mensch diesen Weg wählt? Soll man ihn dabei unterstützen, auch medizinisch und pflegerisch? Fragen wie diesen widmet sich der Kurs. Zielpublikum: Fachpersonen im Gesundheitswesen (maximal 20 Teilnehmende)

  • 15. September 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Raum Friederike Fliedner, Neuweg 16, 8125 Zollikerberg

    Gesundheit, Krankheit und die Ziele der Medizin: Philosophische und wissenschaftstheoretische Grundlagen

    Was bedeutet das überhaupt: krank sein? Und was ist demgegenüber Gesundheit? Wie wir diese Fragen beantworten, hat einen Einfluss darauf, wem wir medizinische Behandlungen angedeihen lassen, welche Rolle wir der Medizin zuschreiben und worin wir ihre Ziele sehen. Der Kurs bietet die Möglichkeit zur Reflexion dieser Fragen und richtet sich besonders an diejenigen, die sich jenseits der alltäglichen Praxis mit einigen grundlegenden Fragen ihrer Tätigkeit befassen möchten. Zielpublikum: Alle Berufsgruppen (maximal 20 Teilnehmende)

  • 29. September 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Brunnenhof Raum 3, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    Selbstbestimmtes Sterben: Zum Umgang mit medizinischen Entscheidungssituationen am Lebensende

    Durch Fortschritte der Medizin kann der Tod mit Hilfe von lebensverlängernden Massnahmen immer mehr hinausgeschoben werden. In der Mehrheit der Sterbefälle wird heute erst gestorben, wenn entsprechende medizinische Entscheide gefällt worden sind. Diese Entscheide liegen letztlich in der Kompetenz der Patientinnen und Patienten. Sie sollen selbstbestimmt entscheiden, wann es Zeit ist zu sterben oder gegen das Sterben anzukämpfen. Das ist eine grosse Freiheit – für manche auch eine Überforderung. Wie können Patientinnen und Patienten so begleitet werden, dass sie fähig werden, solche Entscheidungen zu fällen? Und wer darf oder muss entscheiden, wenn Patientinnen und Patienten nicht mehr urteilsfähig sind? Helfen da Patientenverfügungen? Zielpublikum: Alle Berufsgruppen, insbesondere aus Medizin und Pflege (maximal 30 Teilnehmende)

  • 6. Oktober 2020 – 14.00 bis 17.00 Uhr – Brunnenhof-Saal, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    Schreien, schlagen, festhalten: Übergriffe und Gewalt im Kontext von Medizin und Pflege

    Beziehungen zwischen medizinischen bzw. pflegerischen Fachkräften und Patientinnen und Patienten sind durch ein Machtgefälle geprägt. Patientinnen und Patienten sind abhängig, verletzlich, fühlen sich vielleicht ohnmächtig. Da ist die Gefahr besonders akut, dass es – vielleicht unabsichtlich und unbewusst – zu Übergriffen kommt, dass plötzlich Gewalt mit im Spiel ist. Aber auch das Umgekehrte findet statt: dass das Personal Opfer von übergriffigem Verhalten von Patienten wird. Dieser Kurs will für verschiedene Formen von Gewalt, deren Ursachen und Auswirkungen sensibilisieren und Hinweise darauf geben, wie ethisch verantwortlich Phänomenen von Gewalt vorgebeugt oder mit konkreten Erfahrungen von Gewalt umgegangen werden kann. Zielpublikum: Fachpersonen im Gesundheitswesen (maximal 30 Teilnehmende)

  • 26. Oktober 2020 – 13.00 bis 16.00 Uhr – Brunnenhof-Saal, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    Gleiches gleich, Ungleiches ungleich behandeln: Was bedeutet Gerechtigkeit im Gesundheitswesen?

    Was heisst Gerechtigkeit im Gesundheitswesen? Wie solidarisch ist unser Gesundheitswesen? Wie verteilen sich Gesundheit, Ressourcen und Kosten? Der Kurs bietet die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit diesen Fragen und richtet sich besonders an diejenigen, die sich jenseits der alltäglichen Praxis mit einigen grundlegenden Fragen ihrer Tätigkeit befassen möchten. Zielpublikum: Alle Berufsgruppen (maximal 20 Teilnehmende)

  • 19. November 2020 – 08.30 bis 11.30 Uhr – Brunnenhof-Saal, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    Kinder machen, Kinder verhindern: Im Spannungsfeld von Reproduktionsmedizin und Schwangerschaftsabbruch

    In der Medizin ist heute vieles möglich, zugleich hat die Autonomie von Patientinnen und Patienten einen hohen Stellenwert. Das zeigt sich auch, wenn es um (unerfüllte) Kinderwünsche und um Schwangerschaft geht. Im Spital Zollikerberg werden jährlich mehr als 2000 Babys geboren und wir beraten Frauen rund um ihren Kinderwunsch und in der Schwangerschaft. Doch was verstehen wir eigentlich unter Infertilität? Betrachten wir Unfruchtbarkeit als eine Krankheit und damit als Gegenstand medizinischen Handelns? Welche Werte spielen bei der Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch eine Rolle: der Respekt der Autonomie der schwangeren Frau oder der Anspruch auf Lebenserhaltung aus Sicht des Embryos? Fragen wie diese wollen wir gemeinsam beleuchten. Zielpublikum: Alle Berufsgruppen (maximal 20 Teilnehmende)

  • 15. Dezember 2020 – 15.00 bis 18.00 Uhr – Brunnenhof-Saal, Neuweg 12, 8125 Zollikerberg

    Speis und Trank: Ethische Fragen zum Thema Ernährung

    Wann bieten wir im Akutspital eine künstliche Ernährung an und wie wird über diese Massnahme informiert. Wann beenden wir die Massnahme wieder- welche Kriterien leiten uns? Wie reagieren wir wenn Patienten und Patientinnen darum bitten zum Mittag und Abendessen 1-2 Gläser Rotwein trinken zu wollen? Ist es unsere Pflicht Menschen mit Unter- oder Übergewicht über die möglichen Auswirkungen ihres Essverhaltens aufzuklären? Dürfen wir ein Assessment zur aktuellen Ernährungssituation einfach ungefragt durchführen? Das Thema Ernährung ist relevant und allgegenwärtig- auch oder gerade in einem Akutspital. Inwiefern hat das Thema in unserem Arbeitsalltag eine Gewichtung? Darüber wollen wir miteinander diskutieren. Zielpublikum: Alle Berufsgruppen (maximal 20 Teilnehmende)